Leben

Superfoods – gar nicht super!

Eine Studie sagt: Superfoods sind überflüssig.

Superfoods im Test web teaser

Sie sind überall: Superfoods. Chiasamen, Gojibeeren oder Hanfsamen haben es bereits bis in die Regale von Discountern und Supermärkten geschafft. Meist werden sie als Pulver, Samen oder Extrakt angeboten und werden in grünen Smoothies, Müslis, Clean Food und der veganen Küche verarbeitet. Tageszeitungen liefern beinahe wöchentlich neue Berichte, Frauenzeitschriften überschlagen sich mit bunten Bildchen und Rezepten.

Laut einem Test von Ökotest sind Superfoods tatsächlich aber teils massiv mit Pestiziden, Mineralöl, Cadmium und weiteren Schadstoffen belastet. Auch die Werbung mit überdurchschnittlichen Gehalten an Vitaminen und Mineralstoffen ist ein Schuss in den Ofen, denn Superfoods sind schlicht überflüssig.

Aber was hat es mit dem super Essen auf sich? Der Knackpunkt sind die wundersamen Wirkungen, die versprochen werden. Chiasamen etwa sollen gegen Blutzuckerstress, Schlaganfallrisiko und Herzinfarktgefahr wirken. Gojibeeren gelten als Anti-Aging-Mittel und Hanfsamen sollen Müdigkeit und Erschöpfung vertreiben. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Allein wissenschaftliche Belege sucht man vergebens. Stattdessen wird mit hohen Gehalten an Vitaminen, Mineralstoffen, sekundären Pflanzenstoffen oder Enzymen geworben. "Superfood wird meist ein besonders großes antioxidatives Potenzial nachgesagt", sagt Angela Clausen von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. "Dieses lässt sich im Reagenzglas messen und wird gelegentlich als ORAC-Wert angegeben." ORAC bedeutet Oxygen Radical Absorbance Capacity und besagt, wie viele freie Radikale mit einem Gramm Saft oder Frucht neutralisiert werden können. "Die ORAC-Werte sind jedoch reine Laborwerte. Die bei der Messung ablaufende Reaktion findet so im menschlichen Körper gar nicht statt." 

Durch die Bezeichnung einiger Lebensmittel als „super“ kann auch der Eindruck entstehen, dass andere Nahrungsmittel weniger gesund seien, obwohl diese meist genauso wertvolle Nährstoffe liefern, wie die in den Superfoods nachgewiesenen. Karotten, Äpfel und Zwiebeln beispielsweise enthalten viele gesundheitsfördernde Nährstoffe, wie etwa Betacarotin, Ballaststoffe und das Flavonoid Quercetin. Um eine ausgewogene Nährstoffaufnahme sicherzustellen, müssen wir uns vielfältiger ernähren, anstatt uns lediglich auf eine Handvoll angeblicher Superfoods zu konzentrieren. Insbesondere gehört hierzu der Verzehr einer größeren Menge und Vielfalt an Obst und Gemüse.

Quelle: www.oekotest.de