Leben

Diabetes weltweit auf Vormarsch

Jeder 11. Erwachsene ist weltweit von Diabetes betroffen und die Tendenz ist steigend.

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Diabetes ist das große Gesundheitsthema des 21. Jahrhunderts. 80 Prozent der Betroffenen leben in Ländern mit niedrigem bzw. mittlerem Einkommen, in denen die wachsenden Kosten für die Behandlung der Erkrankung und ihrer Folgen sehr schwierig zu bewältigen sind. Auch in Österreich ist die Situation trotz guter medizinischer Betreuung schwierig und die Zahlen steigen schneller, als das Problembewusstsein in der Bevölkerung wächst.

Laut Schätzungen der Internationalen Diabetes Föderation (IDF) leiden derzeit 415 Millionen Menschen an Diabetes. Dazu kommen noch 318 Millionen, die eine Glukoseintoleranz haben und somit ein sehr hohes Risiko einer Diabeteserkrankung in sich tragen. Die IDF rechnet für das Jahr 2040 bereits mit 642 Millionen Betroffenen. In den letzten 20 Jahren haben sich die Zahlen der Menschen mit Diabetes weltweit verdoppelt. In Mitteleuropa ist die Zahl der Diabetiker seit 1998 um rund 40 % gestiegen. In manchen Ländern wie Pakistan, Mexiko oder im arabischen Raum sehen wir besonders dramatische Zahlen, wo bereits einer von fünf erwachsenen Menschen an Diabetes leidet. 
„Diabetes ist eines der größten Gesundheitsprobleme des 21. Jahrhunderts. Die Wachstumsraten betragen rund vier bis fünf Prozent pro Jahr. Jedes Jahr leben mehr und mehr Menschen mit dieser Erkrankung. Wir sehen weltweit eine Diabetes-Welle auf uns zurollen. Man kann von einem richtigen Tsunami sprechen.“, erklärt OA Dr. Helmut Brath, von der Diabetesambulanz des GZ Süd der Wiener Gebietskrankenkasse und Erster Sekretär der Österreichischen Diabetes Gesellschaft.

Die Globalisierung des „westlichen“ Lebensstils und seiner Folgen

Auch wenn viele komplexe gesellschaftliche Ursachen, individuelles Verhalten und unterschiedliche genetische Voraussetzungen die Entstehung von Diabetes mellitus Typ 2 fördern, stehen zwei Auslöser im Vordergrund: reduzierte körperliche Aktivität und zu reichliche, energiedichte Ernährung. Die freudige Aufnahme des ‚westlichen‘ Lebensstils mit Fast Food und Fernsehen leisten in Entwicklungsländern einen bedeutenden Beitrag zur globalen Problematik, wie Zahlen zum Beispiel aus Mexiko oder Pakistan beweisen.

Diabetes in Österreich

Diabetes ist auch in Österreich eines der bedeutendsten Gesundheitsprobleme unseres Jahrhunderts. Zurzeit gibt es in Österreich 600.000 Menschen, die an Diabetes mellitus erkrankt sind. Im Jahr 2030 werden es – vorsichtig geschätzt – mehr als 800.000 Betroffene sein. 85–90 % aller Diabetiker sind Typ-2-Diabetiker. Übergewicht und Fettleibigkeit sowie Bewegungsmangel fördern die Entstehung des Typ-2-Diabetes. 50–60 % aller Österreicherinnen und Österreicher sind zumindest übergewichtig. Dieser Anteil steigt jährlich.

10 vorbeugende Maßnahmen

  1. Durch eine gesunde Lebensweise können Sie Diabetes Typ 2 hinauszögern oder sogar ganz verhindern. Bewusste, ausgewogene Ernährung und Bewegung sind dabei die wichtigsten Maßnahmen, mit denen Sie Diabetes vorbeugen können. 
  2. Essen Sie viel Obst und Gemüse. Am besten beginnen Sie jede Mahlzeit mit einem Salat, Obst oder Gemüse. 
  3. Bevorzugen Sie fettarme Lebensmittel, zum Beispiel bei Milch- oder Käseprodukten. Achten Sie auch bei Fleisch und Wurst auf möglichst wenig Fett.
  4. Achten Sie auf gesunde, kalorienarme Getränke. Statt Limonaden oder Alkoholika bevorzugen Sie besser Mineralwasser, Wasser oder ungesüßten Tee.
  5. Verzichten Sie auf kalorienhaltige Snacks wie Schokoriegel, Süßigkeiten und Fastfood. Für den Hunger zwischendurch sind Äpfel, Birnen, Tomaten oder Karotten besser geeignet.
  6. Achten Sie auch beim Kochen auf möglichst wenig Fett. Dünsten, Dämpfen und Foliengaren sind besser als Braten. Verwenden Sie Oliven- oder Rapsöl statt feste Fette wie Butterschmalz, Kokosfett oder Palmfett.
  7. Bevorzugen Sie bei der Auswahl von Lebensmitteln solche mit einem hohen Ballaststoffanteil, denn diese sättigen länger. Beispiele sind Vollkornbrot, Vollkornnudeln, Hülsenfrüchte, Naturreis, Müsli.
  8. Bewegen Sie sich täglich 30 bis 60 Minuten. Ideal ist es, wenn Sie die Bewegung in Ihren Alltag einbauen können, zum Beispiel beim Weg zur Arbeit.
  9. Nutzen Sie für kleinere Strecken oder kurze Besorgungen das Fahrrad oder gehen Sie zu Fuß anstatt das Auto zu nehmen. So sparen Sie nicht nur Benzin, sondern tun auch noch etwas für Ihr Gewicht.
  10. Machen Sie Sport in der Gruppe, wenn Sie sich gerne mit anderen zusammen bewegen. Feste Trainingszeiten und das Trainieren in der Gruppe unterstützen die Motivation.
  11. Wählen Sie eine Sportart mit leichter bis mittlerer Belastungsintensität, zum Beispiel Radfahren, Nordic Walking oder Schwimmen. Wenn Sie leicht schwitzen und sich beim Sport gut unterhalten können, ist die Belastung richtig.

 

Quellen: Österreichische Diabetes Gesellschaft, www.zuckerkrank.de