Leben

14 Tage abgelaufene Lebensmittel noch genießbar

Greenpeace nimmt Mindesthaltbarkeitsdatum unter die Lupe.

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Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat zehn Lebensmittel, darunter Käse, Eier, Salami, Joghurt und verpackte Backwaren wie etwa Kuchen beim Lebensmittellabor LVA auf ihre Haltbarkeit testen lassen. Auch 14 Tage nach dem angegebenen Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) wurde der Verzehr der Lebensmittel noch als "unbedenklich" eingestuft.

Bei dem Test wurden die Lebensmittel bis zwei Wochen nach Ablauf des MHDs unter den am Lebensmittel empfohlenen Bedingungen gelagert (je nach Produkt bei Raumtemperatur oder gekühlt bei 7-10 °C) und anschließend mikrobiell und sensorisch (Aussehen, Geruch und Geschmack) untersucht.

Alle zehn Produkte konnten zwei Wochen nach Ablauf des MHD als unbedenklich eingestuft werden. Die Ergebnisse der mikrobiellen Untersuchung entsprachen den Bestimmungen für Lebensmittel und zeigten keine Auffälligkeiten. Auch bei der sensorischen Untersuchung wurde bestätigt, dass alle Produkte verzehrt werden können. Bei neun der Lebensmittel wurde keine Veränderung der sensorischen Eigenschaften wahrgenommen – Aussehen, Geruch, und Geschmack wurden als arteigen und unauffällig beschrieben. Nur bei einem Käse – einem Tyroler Alpenkönig (Stiftsgold, 250 g) wurde der Geschmack mit ‚schwach bitter‘ beschrieben, was möglicherweise auf eine leichte Veränderung während der Lagerung zurückzuführen ist.

Machen Sie den Test: Schauen, riechen, schmecken!

„Leider kommt es sehr oft zu Missverständnissen. Konsumenten sehen das Datum und denken, das Produkt sei verdorben“, erklärt Nunu Kaller, Konsumentensprecherin von Greenpeace in Österreich, „Dies ist aber sehr oft nicht der Fall, selbst bei Frischeprodukten wie Eiern oder Käse.“

„Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist lediglich eine Garantieerklärung seitens der Produzenten, es hat nichts mit Hygienebestimmungen oder ähnlichem zu tun“, erklärt Kaller weiter. Oft hat das MHD auch gar keinen Sinn: „Trockenprodukte wie Reis, Tee oder Nudeln halten oft Jahre länger als auf dem Datum angegeben. Konsumentinnen und Konsumenten, die sich auf dieses Datum verlassen, werfen daher häufig Produkte, die noch völlig in Ordnung sind, in den Müll“, sagt Kaller, „Wir empfehlen, auf die eigenen Sinne zu vertrauen. An den betroffenen Lebensmitteln sollte man zuerst riechen und sie schmecken, anstatt sie ungeprüft in den Müll zu werfen.“ Das MHD muss jedoch vom sogenannten Verbrauchsdatum, das bei einigen wenigen besonders empfindlichen Lebensmitteln wie Faschiertes und Frischfisch angebracht wird, unterschieden werden. Derartige Produkte, deren Verbrauchsdatum überschritten ist, sollten tatsächlich nicht mehr verzehrt werden.

Mindestens 700.000 Tonnen Lebensmittel landen in Österreich jährlich im Müll. Mehr als ein Drittel davon entsteht bei den Privathaushalten. „Die Gründe dafür sind vielfältig und reichen von übermäßigem Einkauf durch Angebote bei Mehrfachpackungen über eine Unkenntnis des Mindesthaltbarkeitsdatums bis hin zu falscher Lagerung der Produkte“, sagt Kaller.

Die Ergebnisse der Studie finden Sie hier.