Gesundheit

Der Muskel mit der höchsten Streik-Rate

45 % aller Todesfälle gehen auf das Konto von Herz-Kreislauferkrankungen.

Herz Muskel Teaser

Bild: Paul Schütz, jungbrunnen.me

45 % aller Todesfälle gehen auf das Konto von Herz-Kreislauferkrankungen. Weltweit sterben jährlich daran rund 17,3 Millionen Menschen – Tendenz stark steigend. Eigenverantwortung in den Bereichen: Vorsorgeuntersuchung, Lebensstil und Erkennung von Warnsymptomen sind gefragter denn je, so der Kardiologe der Medizinischen Uni Graz, Prof. Dr.med.univ. Daniel Scherr. 

Plötzlich auftretende starke, drückende oder brennende Schmerzen im vorderen und linken Brustbereich, in der Magengegend oder im linken Arm, ein Beklemmungs- und Engegefühl, schwere Atemnot, Übelkeit, plötzliche Bewusstlosigkeit oder schweres Schwindelgefühl – mit diesen Symptomen erleben Betroffene einen Herzinfarkt. Schnelles Handeln ist die „erste Hilfe“ und entscheidend für den weiteren Verlauf. Was ist passiert? Ein Herzkranzgefäß wurde verstopft und das Blut kann nicht mehr zirkulieren. Somit wird ein Teil des Herzmuskels nicht mehr mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt und verliert die Fähigkeit, sich zusammenzuziehen und an der Pumparbeit des Herzens teilzunehmen. Gelingt es nicht, das Gefäß rechtzeitig wieder zu eröffnen, sterben Teile des vom Gefäß versorgten Herzmuskels (meist Teile der linken Herzkammer). Im Infarktgebiet entsteht ein Narbengewebe. Das Risiko für einen plötzlichen Herztod bei einem akuten Herzinfarkt ist aufgrund der möglichen Herzrhythmusstörungen (Kammerflimmern) besonders hoch. Ebenso kann bei einem Infarkt die Pumpleistung des Herzens so stark beeinträchtigt sein, dass der Kreislauf zusammenbricht. 

„Beobachtet man Statistiken, in welchem Umfang die Bevölkerung die angebotene jährliche Gesunden-Untersuchung in Anspruch nimmt, so gibt es im Bereich der Vorsorgeuntersuchungen noch viel Luft nach oben“, so Scherr. Generell sind es mehrere Faktoren, die in direktem Zusammenhang mit Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems stehen. Zum einen sind Diabetiker besonders gefährdet. Zum anderen ist nachgewiesen, dass Rauchen, Übergewicht, erhöhter Blutdruck und Cholesterinspiegel, Stress und Bewegungsmangel ernstzunehmende Risikofaktoren sind. Zum anderen bedarf es einer umfassenden Aufklärung über die Warnsysteme, die der Körper aussendet, wenn er einen Herzinfarkt erleidet. Jede Minute zählt.