Frau

Dünn, dünner, am dünnsten

Schlank sein um jeden Preis

bpw 139188881 web

... das ist das erklärte Motto zahlloser Mädchen. Zu sehen sind ihre Idole in TV-Sendungen und Hochglanzmagazinen – attraktiv ist man nur mit Size Zero. Damit ist die Kleidergröße 32 gemeint, eine wirklich sehr kleine Kleidergröße, die eigentlich für 12-Jährige gedacht ist.

Die Größe „Null“ ist zum Schönheitsideal mutiert. Und Teenies wollen das erreichen. Sie verzichten an manchen Tagen gänzlich auf Nahrung, treiben dabei exzessiv Sport oder probieren einseitige Diäten, was gerade während der Pubertät bedenklich ist.

„Genuss“ ist ein Fremdwort, zumeist wissen sie bei jedem Bissen, wie viele böse Figurkiller darin stecken und spulen in ihrem Kopf die Nährwerttabelle und die tägliche Verbrennungsbilanz herunter. Sind im Umfeld mehrere Mädchen auf diesem Trip, ist das wie ein Wettbewerb. Ein beliebter Orientierungspunkt ist der Body-Maß-Index (BMI), der den proportionalen Anteil von Körperfett anzeigt und dessen optimaler Wert bei 18 angesetzt wird. Tatsächlich handelt es sich dabei um einen dramatischen Wert für Untergewicht, der mit gesundem Schlanksein nichts mehr zu tun hat.

Das derzeit – vermeintlich – gültige Schlankheitsideal ist auch ein wesentlicher Auslöser für Essbrech- bzw. Magersucht. Persönliche Probleme in der Partnerschaft, in der Schule oder am Arbeitsplatz..., Konflikte, die das seelische Gleichgewicht stören und das Selbstwertgefühl beeinträchtigen, sind ebenfalls häufige Auslöser. Hier ist das Ziel der Gewichtsabnahme, das geringe Selbstwertgefühl auszugleichen. Dabei gelten Essensanfälle – das typische Merkmal – als Versagen und dieses wird durch selbstherbeigeführtes Erbrechen wieder rückgängig gemacht. Trotzdem wird das Erbrechen meist von Gefühlen der Scham und Schuld begleitet, was wiederum eine Schwächung des Selbstbewusstseins zur Folge hat. Bulimie wird in zwei Gruppen eingeteilt: jene, die mit selbstherbeigeführtem Erbrechen oder Missbrauch von Abführ- und/oder Entwässerungsmedikamenten die Essanfälle wettmachen und jene, die dies mit Fasten oder übermäßiger körperlicher Aktivität kompensieren.

Für beide Gruppen gilt: je früher, desto besser ärztliche Hilfe bzw. psychotherapeutische Behandlung in Anspruch nehmen. Komplikationen und Folgeerkrankungen lassen nämlich nicht lange auf sich warten.

#Thinspiration – lebensgefährlicher Schlankheitswahn in sozialen Netzwerken

Knochiger Rücken,  die dünnen Beine können das Gewicht kaum halten, dürre Ärmchen und hervorstechende Hüftknochen: mit dem Hashtag #thinspiration (oder auch #thynspiration) wollen sich junge Frauen dazu motivieren, immer mehr abzunehmen. Und zeigen beifallheischend auf leicht bekleideten Bildern in sozialen Netzwerken, wie sehr sie sich heruntergehungert haben. Mit diesen Bildern wollen sie andere junge Frauen dazu inspirieren, es ihnen gleich zu tun.

Der Trend, sich einerseits online mit Magerbildern zu präsentieren und andererseits digital Bestätigung von Gleichgesinnten zu holen, katapultiert Essstörungen auf ein ganz neues Level.