Familie

Doppelt so gut ist besser als doppelt so viel

Ernährung in der Schwangerschaft

Doppelt so gut ist besser als doppelt so viel

Die Mutter ist die einzige Nahrungsquelle für das Ungeborene. Von allem, was sie zu sich nimmt, gelangen Stoffe über die Nabelschnur zum Fötus. Für das Wachstum des Kindes und die Bildung von neuem Körpergewebe wird während der Schwangerschaft zusätzlich Energie benötigt. 

Jedoch: Nicht die Quantität zählt, sondern die Qualität! Es muss also darauf geachtet werden, dass der intensiven Nahrungstransport zum Baby keinen Mangel im Körper der Mutter entstehen lässt. Mit einem Mix aus frischem Obst und Gemüse sowie Vollkornprodukten ist eine gute Basis geschaffen. Kohlehydrate sind die Hauptenergiequelle und dürfen 55 – 60 % der Gesamtenergiezufuhr ausmachen.

Wobei den langkettigen Kohlehydraten (Nudeln, Kartoffeln, Reis) der Vorzug zu geben ist, weil diese den Blutzucker langsamer und kontinuierlicher ansteigen lassen. Magere Milch und Milchprodukte sind wichtige Kalziumlieferanten und somit unentbehrlich für den Knochenaufbau. Eier sollten zwei- bis dreimal gegessen werden. Mageres Fleisch und Fisch runden den Speiseplan ab. Zum Fisch sei gesagt, dass Meeresfische wertvolles Jod liefern und Seefische die besten Lieferanten für Omega-3-Fettsäuren sind, die beim Zellaufbau und der Entwicklung des Gehirns eine bedeutende Rolle spielen. Durch die hormonelle Umstellung während der Schwangerschaft ist die Immunabwehr geschwächt und dadurch eine größere Anfälligkeit für Infektionen gegeben. Einige Lebensmittel sollten daher gemieden werden: nicht gekochte oder nicht pasteurisierte Milch, Weichkäse, rohes oder nicht durchgebratenes Fleisch, Mettwurst und Rohwürste, roher bzw. halbroher Fisch, rohe Meeresfrüchte, gebeizter Fisch, rohe, halbrohe oder weichgekochte Eier, chininhaltige Getränke und ... natürlich sollte auf Alkohol verzichtet werden und weitgehend auf Koffein. Auch bei der fleischlosen Ernährung von Vegetarierinnen lässt sich der Bedarf an den meisten Nährstoffen durch eine gezielte Lebensmittelauswahl ausgleichen, sofern auf Eier und Milchprodukte nicht verzichtet wird. Kritisch jedoch kann die Versorgung mit Eisen werden, da dies sich besser aus Fleisch aufnehmen lässt als aus pflanzlichen Lebensmitteln. In diesem Fall wird der Arzt ein Eisenpräparat verschreiben.

Bei Veganerinnen, die auf alle tierischen Lebensmittel verzichten, kann die Aufnahme der empfohlenen Mengen einzelner Nährstoffe nicht gewährleistet werden. Hier ist eine medizinische Beratung wohl die beste Garantie, gesundheitliche Risiken zu vermeiden. Noch mehr als der Energiebedarf steigt der Nährstoffbedarf während der Schwangerschaft und kann mit ausgewogener Ernährung nur zum Teil abgedeckt werden.

Es ist daher empfehlenswert, besonders wichtige Nährstoffe durch Einnahme von Präparaten zu ergänzen – zum Beispiel: -Folsäure, Eisen, Jod, Kalzium, Vitamin A, B-Vitamine, Magnesium, Zink.